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aus dem ganzheitlichen Lebensbereich
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30. August 2008
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Aufrufe: 4038
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Soziale Ungerechtigkeit tötet im großen Stil
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WHO präsentiert Studie über
soziale Gesundheitsfaktoren
Genf - Soziale Ungerechtigkeiten sind für die
allgemeine Gesundheit schlimmer als das Fehlen von medizinischen Einrichtungen.
Zu diesem Schluss kommt eine dreijährige Studie der Commission on Social
Determinants of Health (CSDH) - einem Beratungsgremium der
Weltgesundheitsorganisation WHO
http://www.who.int. Innerhalb einer einzigen Generation kann sich das
allerdings ändern, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner
Online-Ausgabe.
Die Forscher der CSDH haben nachgewiesen, dass Lebensqualität, Gesundheit und
Lebenserwartung dramatisch von sozioökonomischen Bedingungen abhängen. Demnach
sind manchmal nur wenige Kilometer ausschlaggebend dafür, wie lange ein
Menschenleben durchschnittlich dauert. Ein Kind, das in einem Vorort von Glasgow
zur Welt kommt, hat eine um 28 Jahre geringere Lebenserwartung als ein Kind, das
nur wenige Kilometer davon entfernt geboren wird. Ein bolivianisches Baby einer
Mutter ohne Grundschulbildung hat eine 25 Mal höhere Sterblichkeitsrate als ein
Kleinkind einer Mutter mit Hauptschulabschluss.
Dabei gelte der Grundsatz, je reicher ein Land, desto gesünder sei die
Bevölkerung, nicht uneingeschränkt. Nur wenn Kapital in einem Staat dazu
verwendet wird, um soziale Determinanten wie Erziehung, Erwerbstätigkeit,
grundsätzliche Annehmlichkeiten und Geschlechtergleichheit zu schaffen, kann die
Gesundheit verbessert werden. Positive Beispiele für ärmere Länder, die trotz
Armut in eine Verbesserung der Gesundheit investiert haben, sind Kuba, China
sowie der indische Staat Kerala.
Michael Marmot, Vorsitzender der CSDH, gibt drei wesentliche Empfehlungen für
eine Verbesserung der Situation: Erforderlich sei eine Unterstützung für alle
Mitglieder einer Gesellschaft - vom Neugeborenen bis hin zu Pensionisten.
Investiert werden sollte in den Schulbereich, in gesicherte Arbeitsplätze, in
die Schaffung von leistbaren Wohnräumen, in die Gesundheitsvorsorge und in den
öffentlichen Verkehr. Ein weiterer Punkt sei der Zugang zu gesunden
Lebensmitteln sowie Reglements bei Alkohol und Tabak. Es müsse ein gut
finanzierter öffentlicher Sektor geschaffen werden, um Projekte zu finanzieren.
Gewährleistet werden müssen die Gleichstellung von Männern und Frauen sowie ein
freier Zugang zu politischen Ämtern. Als dritten Punkt empfiehlt Marmot
wesentliche Veränderungen bei der Behandlungen von Problemen. Man müsse sie
messbar machen, sie untersuchen und lernen sie zu verstehen.
Vor allem im Bereich der Gesundheitsvorsorge müssten dringende Schritte gesetzt
werden, kommt der Bericht zum Schluss. Natürlich stehe es jeder Regierung frei,
darüber zu entscheiden, was sie mit der Information mache. Sinnvoll wäre es
jedoch, Initiativen auf ihre Wirksamkeit in Bezug auf die Auswirkung der
Gesundheit zu beurteilen. Als radikale Maßnahme schlägt die Kommission vor, eine
Steuer auf internationale Devisentransaktionen einzuführen und den Erlös einem
globalen Entwicklungsfonds zukommen zu lassen. (pressetext.austria)
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