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Leistbare Alternative für
Betroffene in Aussicht gestellt
Hannover - Das Mechatronik-Zentrum der Leibniz
Universität Hannover
http://www.ifr.uni-hannover.de hat einen Rollstuhl-Protoyp entwickelt, der
Treppen überwinden kann. Im Gegensatz zu existierenden, technisch hochkomplexen
Lösungen soll der anvisierte Elektro-Rollstuhl deutlich günstiger zu erwerben
und damit für alle Betroffenen leistbar sein. Neben den technischen Raffinessen,
wie einfache taktile Sensoren sowie der Einsatz eines elektrischen
Kurbelmechanismus, soll die Hebehilfe zudem ohne fremde Hilfe funktionieren und
dem Insassen uneingeschränkte Bewegungsautonomie gewährleisten.
"Unser Prototyp zeichnet sich dadurch aus, dass er in erster Linie als
gewöhnlicher Rollstuhl fungiert und vom Preis her nicht erheblich mehr kosten
darf als ein herkömmliches Gerät", erklärt der Projektverantwortliche Holger
Blume von der Leibniz Universität Hannover. Besonderes
Augenmerk haben die Wissenschaftler auf die statische Stabilität des Rollstuhls
gelegt. Bei herkömmlichen Lösungen werden die elektronisch steuerbaren Geräte
zumeist mit doppelten Motoren und redundanten Elektronikbauteilen ausgestattet,
um beim Ausfall eines Systems die Stabilität des Rollstuhls dennoch zu
gewährleisten. Beim nun entwickelten Prototyp ist durch die zum Einsatz kommende
Hebetechnik die Stabilität hingegen zu jedem Zeitpunkt gegeben. Auf die teuren
Zusatzbauteile kann folglich verzichtet werden.
In ebener Umgebung bewegt sich der Rollstuhl energiesparend wie ein
herkömmlicher elektrischer Rollstuhl. Stößt der Kontaktbügel an eine
Treppenstufe, läuft der Mechanismus automatisch ab. Für den Hebevorgang kommt
ein effizienter Hubmechanismus zum Einsatz, bei dem die Räder des Fahrstuhls mit
Kurbeln hochgedrückt werden. Zur Steuerung reichen einfache taktile Sensoren
aus, eine Kombination aus Kontaktschaltern und Ultraschallsensoren identifiziert
die Stufenhöhe. Beim Treppenaufstieg erkennt ein Kontaktbügel die Annäherung an
die Stufenkante. So ist der Rollstuhl in der Lage, die Last einer Person über
Treppen mit unterschiedlichen und unbekannten Abmessungen der Stufenhöhe und
-tiefe zu transportieren. Die Sitzfläche, die mit einem Schwenkarm befestigt
ist, soll dabei waagerecht bleiben und nicht kippen.
Blume zufolge ist der Rollstuhl vor allem für das Überwinden einzelner Stufen
oder Stufengruppen prädestiniert. "Für ganze Stockwerke ist der Mechanismus wohl
zu langsam. Bei einzelnen Stufen oder Randsteinen, auf die Rollstuhlfahrer immer
wieder in ihrem täglichen Leben stoßen, funktioniert das System allerdings sehr
gut, ohne dass die Insassen auf fremde Hilfe angewiesen sind", so Blume. Wann und ob der Rollstuhl kommerziell produziert werden
kann, steht derzeit allerdings noch in den Sternen. Die Universität hofft nun,
Industriepartner zu finden, die dem kostengünstigen Elektrorollstuhl bald zum
Durchbruch verhelfen.
Ausführliche Informationen und Bildmaterial zum Projekt finden sich unter
http://www.ifr.uni-hannover.de/lehre_det.php?lehid=90&lng=ger&mitid=66.
(pte.at)
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