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Energieexperte: "Verteidigungskampf der Stromerzeuger vergeudet Zeit" \\r\\n \\r\\n Hamburg \\r\\n- Deutschland wird spätestens 2022 die Erzeugung von Atomstrom einstellen. Das \\r\\nhat die Regierung in der Nacht auf heute, Montag, beschlossen. Inhaltlich \\r\\nwiederholt dies den rot-grünen Entscheid vom Jahr 2000, der im Vorjahr durch die \\r\\nLaufzeitverlängerung außer Kraft gesetzt worden war. "Einen unumkehrbaren \\r\\nEntscheid gab es schon einmal. Hoffnung gibt jetzt, dass nun die bisherigen \\r\\nAtomausstieg-Blockierer CDU, CSU und FDP dahinterstehen", erklärt Stefan Schurig, \\r\\nKlima- und Energiedirektor beim Weltzukunftsrat\\r\\n\r\nhttp://worldfuturecouncil.org. \r\n \r\nBetreiber denken noch nicht um \r\nHinter dem Schwenk in der Politik stehe eindeutig der wachsende Widerstand der \r\nBevölkerung in Folge der immer noch anhaltenden Fukushima-Katastrophe. "Die \r\nPolitiker wussten schon bisher, dass Atomstrom keine Option mehr darstellt - \r\naufgrund des hohen Preises, der Sicherheitsgefahr und auch aus \r\nDemokratiegründen, da er nicht mehrheitsfähig ist. Der riesige Widerstand \r\nseitens der Atomkraft-Betreiber verhinderte aber bisher das Zurechtrücken von \r\nFehlentscheidungen." \r\nDie großen Atomenergie-Betreiber seien derzeit vorübergehend geschwächt, \r\naufgegeben hätten sie deshalb jedoch noch nicht. "Sie bekämpfen Kritik, als ob \r\ndiese persönlich gemeint wäre, liefern einen rituellen Verteilungskampf und \r\nverspielen damit nur Zeit", so Schurig. Der Experte fordert die Stromversorger \r\nauf, nicht bewusst Engpässe und Ausfälle herbeizuführen, die "aus technischer \r\nSicht kein Muss" seien. "Anstelle dessen gilt es offensiv für den Wandel Sorge \r\nzu tragen - etwa durch Businessmodelle für erneuerbare Energien und Netzausbau." \r\n \r\nVorbild für die Welt \r\nInternational erwartet der Experte von der Entscheidung der Regierung \r\nSignalwirkung, gehört Deutschland doch zu den größten Energieproduzenten. "Der \r\nAusstieg wird Nachahmer finden." Bisher bezog sich die weltweite Anerkennung in \r\nder Energiepolitik vor allem auf das Erneuerbare-Energie-Gesetz. Dieses zähle \r\nebenfalls zu den Vorbedingungen des heutigen Beschlusses. "Nur deshalb, weil man \r\nin den vergangenen Jahren den Anteil der Erneuerbaren von drei auf 15 Prozent \r\nerhöhte, kann man jetzt aus der Kernenergie aussteigen." \r\nDie AKW-Ausbaupläne in Russland, Tschechien, der Slowakei und Polen sieht \r\nSchurig mit Gelassenheit. "Tatsächlich in Bau ist in Europa derzeit nur ein AKW \r\nin Finnland. Man wird hier sehr deutlich daran erinnert, wie ein AKW-Neubau \r\ntatsächlich aussieht: Die Bauzeit wird sich weit über zehn Jahre hinziehen, es \r\ngibt zahlreiche Komplikationen und die Kosten erreichen bald die \r\nsechs-Mrd.-Euro-Grenze - doppelt so viel wie geplant. Ausbau-Ankündigungen \r\neinzelner Länder halten einer nüchternen Kalkulation kaum stand - ist doch \r\nAtomkraft die gefährlichste und teuerste Form, Wasser zu kochen und daraus Strom \r\nzu gewinnen." (pressetext.redaktion)
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