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3. Februar 2011
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Aufrufe: 4064
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Mini-Hörgerät macht Hörproblem unsichtbar
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"Kontaktlinse fürs Ohr" wird rund um die Uhr getragen
Wien - Ein tief im Gehörgang platziertes
Hörgerät soll es Menschen ermöglichen, ihr Hörproblem nach außen hin völlig zu
verstecken. Der Schweizer Hörsystem-Hersteller Phonak hat am heutigen Donnerstag
in Wien sein Hörgerät Lyric
http://www.phonak-lyric.com als "Kontaktlinse für das Ohr" präsentiert. Es
ist von außen unsichtbar, bleibt vier Monate lang 24 Stunden am Tag im Ohr und
erspart dem Träger somit Wartung, Einsetzen oder Herausnehmen.
Hörgerät fürs Duschen geeignet
Das 16 Millimeter lange Gerät sitzt unmittelbar vor dem Trommelfell. Durch die
natürliche Nutzung der Ohrmuschel werden Klang und Richtungshören besser. Auch
Hintergrundgeräusche und Rückkoppelung fallen weg, so die Angaben des
Vertreibers. "Duschen, Sport, Schlafen oder auch das Verwenden von Headsets sind
damit problemlos", erklärt Christian Reus, Phonak-Produktmanager und selbst
Lyric-Träger. Beim Schwimmen wird ein maßgefertigter Schwimmschutz eingesetzt,
fürs Tieftauchen oder Fallschirmspringen muss das Gerät allerdings abgenommen
werden.
Programmierbar ist das Gerät über einen Magnetstab. Die Minibatterie ist fester
Bestandteil und kann deshalb nicht ausgetauscht werden. "Alle 120 Tage wird
deshalb das gesamte Gerät durch ein neues ersetzt", erklärt Reus. Lyric wird als Abonnement für ein, zwei oder drei Jahre
inklusive Service beim Hörgeräteakustiker verkauft, wobei der Kostenpunkt ab 150
Euro pro Ohr und Monat liegt. Ein noch zu neuartiges Vertriebsmodell für die
Kassen, weshalb es Lyric einstweilen nur für Selbstzahler gibt.
Von außen nicht erkenntlich
Zahlungswillige dürfte das Produkt durchaus finden, besonders da die meisten ihr
Hörproblem verbergen wollen. "Hörgeräte verbindet man oft mit Alter und
Gebrechlichkeit. Das ist mit ein Grund, warum selbst in Europa nur jeder vierte
Hörgeschädigte eine Hörgerät trägt", erklärt Olivia Brown, Managing Director
Lyric bei Phonak. 16 Prozent der Menschheit leidet unter Hörstörung, doch nur
jeder Dritte davon ist im Rentenalter. "Die meisten Betroffenen sind noch
erwerbstätig. Zu laute mp3-Player und Diskomusik haben wesentlich dazu
beigetragen, dass sich ihre Zahl seit den 1980er-Jahren verdreifacht hat."
Allerdings ist Lyrics nur für 50 Prozent der Hörgeschädigten grundsätzlich
geeignet. Es hilft nur Patienten mit mildem oder mittlerem Gehörverlust, zudem
gibt es laut dem Innsbrucker HNO-Spezialisten Patrick Zorowka auch medizinische
Kontraindikationen. "Dazu gehören Stoffwechselkrankheiten, übermäßige
Schmutzbildung, Ekzem-Neigungen oder Allergien. Da die Haut an der Einsatzstelle
im Gehörgang direkt über dem Knochen liegt, ist sie sehr verletzlich", so der
Experte. (pressetext.redaktion)
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