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3. Dezember 2010
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Aufrufe: 4031
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Klimaschutzschnäppchen: Moorschutz bringt viel für wenig Geld
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Studie ermittelt Klimaschutzpotentiale heimischer Moore
Wien - Die Nutzung von Mooren verursacht in Österreich jährlich bis zu
300.000 Tonnen CO2. Dies entspricht der vierfachen Emissionsmenge des nationalen
Flugverkehrs. Technisch einfachste Lösungen könnten dies verhindern, was den
Moorschutz zu einer der kostengünstigsten Klimaschutzmaßnahmen macht. Zu diesen
Ergebnissen kommt die aktuelle Studie ?Moore im Klimawandel? von WWF Österreich,
den Österreichischen Bundesforsten und dem Umweltbundesamt. ?Jeder Hektar
geschütztes Moor spart jährlich rund neun Tonnen CO2, knapp soviel wie jeder von
uns im Durchschnitt pro Jahr verursacht?, erklärt WWF Naturschutzexperte Michael
Zika. ?Österreich muss den Moorschutz dringend aktiver angehen. Davon würde
nicht nur das Klima profitieren, sondern auch Hochwasserschutz und
Artenvielfalt.? Auch auf internationaler Ebene ist Österreichs Politik
gefordert. Bei der aktuell laufenden Weltklimakonferenz in Cancún gilt es, sich
aktiv für ein internationales Klimaschutzabkommen einzusetzen, das auch Wälder
und Moore inkludiert.
Moore speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt. Dies
geschieht durch die Umwandlung des CO2 aus der Atmosphäre in langlebigen Torf.
Pro Hektar binden sie beispielsweise viermal mehr als tropische Regenwälder.
Auch in Österreich sind Moore bedeutende Kohlenstoffspeicher, obwohl sie nur
mehr 0,25 Prozent der Landesfläche einnehmen. Würden alle Kohlenstoffvorräte der
heimischen Moore auf einmal freigesetzt, entspräche dies dem vierfachen
jährlichen CO2-Ausstoß Österreichs. ?Rund ein Drittel aller Moore in Österreich
liegt auf Bundesforste-Flächen", erläutert Gerald Plattner, Studienautor der
Österreichischen Bundesforste. ?Deshalb fühlen wir uns für dieses Thema
besonders verantwortlich und haben diese Studie initiiert. Auch mit der für die
CO2-Bilanz so wirksamen Renaturierung von Mooren haben wir in den letzten Jahren
erfolgreich Erfahrung gesammelt."
Moore im Klimastress
Durch die Trockenlegung für Land- und Fortwirtschaft und die Folgen des
Klimawandels, wie abnehmende Niederschläge und längere Trockenperioden, werden
Moore zu immer größeren CO2-Quellen. Um ihre Funktion als CO2-Speicher erfüllen
zu können, benötigen sie ganzjährig einen hohen Wasserstand. Sinkt der
Grundwasserstand und gelangt Sauerstoff an den im Torf gespeicherten
Kohlenstoff, dann entweicht CO2. In Österreich entstehen durch die Nutzung
ehemaliger Moorflächen durchschnittlich neun Tonnen CO2 pro Hektar. ?Die
Modellrechnungen zeigen, dass 85 Prozent der Hochmoore Österreichs bei einem
Anstieg der Jahresmitteltemperatur um 2,3 Grad Celsius 2050 ausgetrocknet sein
können?, warnt Franz Essl, Studienautor des Umweltbundesamtes.
Viel Klimaschutz für wenig Geld
Für den Erhalt der Kohlenstoffvorräte der Moore braucht es keine
aufwendige Technologie, was den Moorschutz zu einer der kostengünstigsten
Klimaschutzmaßnahmen macht. ?Einfache Holzdämme genügen, um den Wasserhaushalt
von Mooren wiederherzustellen und ihnen ihre CO2-Speicherfähigkeit
zurückzugeben?, so Zika. In Fällen, in denen die Renaturierung ehemaliger
Moorflächen nicht mehr möglich ist, bietet extensivere Nutzung, wie die
Umwandlung von Acker- auf Forst- oder Grünland, große Klimaschutzpotenziale.
Moore: Global Player im Klimaschutz
Moore sind von weltweiter Bedeutung für den Klimaschutz. Obwohl sie nur drei
Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern sie rund 30 Prozent des
erdgebundenen Kohlenstoffs. Weltweit sind bereits Moorgebiete der achtfachen
Fläche Österreichs trockengelegt. Seit 1990 ist der CO2-Ausstoß nicht intakter
Moore weltweit um 20 Prozent angestiegen. Damit verursacht Moorzerstörung mehr
CO2 als der internationale Luftverkehr. Die globale Hauptsorge gilt derzeit vor
allem den riesigen Mooren in Südostasien, insbesondere den Torfsumpfwäldern
Indonesiens. Deren Trockenlegung und Brandrodung für Reisanbau, Palmölplantagen
und zur Zellstoffgewinnung machen Indonesien nach den USA und China zum
drittgrößten Emittenten von Treibhausgasen weltweit. Deshalb ist es besonders
wichtig, dass bei der derzeitigen Klimakonferenz in Cancún gerade der REDD+
Prozess (Emissionsreduktionen aus Abholzung und Degradierung), der auch den
Schutz der Torfsumpfwälder beinhaltet, zu einem erfolgreichen Abschluss kommt.
Studie zum Download unter
www.wwf.at/presse (wwf.at)
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