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10. September 2010
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Aufrufe: 4033
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USA plant "schöne neue Zukunft\" mit Gedankenkontrolle
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Ultraschall-Stimulation des Gehirns soll Soldaten effizienter machen
Tempe/Zürich - Das
US-Militär will mit Spezialhelmen die Gehirnaktivität von Soldaten beeinflussen.
Dazu setzen Forscher auf transkranielle Ultraschallpulse, um das Hirn zu
stimulieren. Das Ultraschall-System soll beispielsweise die Aufmerksamkeit
steigern, die Wahrnehmung steuern oder Schmerzempfinden regulieren, so der
Neurowissenschaftler William Tyler
http://www.tylerlab.com
von der Arizona State University.
"Jeder Aspekt der menschlichen Empfindung, Wahrnehmung, Emotion und des
Verhaltens wird von Gehrinaktivität gesteuert. Die Gehirnfunktion steuern zu
können ist eine mächtige Technologie", erklärt er. Genau das will sich die
Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA)
http://www.darpa.mil, der
Forschungsarm des Pentagons, zunutze machen.
Einfach im Helm
Der Ultraschall-Ansatz sticht Tyler zufolge bisherige Methoden der
Hirnstimulation aus, da er vergleichweise einfach und genau ist. Im Gegensatz
zur sogenannten Tiefen Hirnstimulation ist kein operativer Eingriff nötig.
Dadurch ist das System vergleichsweise leicht umzusetzen. "Wir haben
funktionierende Konzeptprototypen entwickelt, in denen Schutzhelme mit
Ultraschall-Signalgebern und Mikrokontrollern ausgestattet werden können", so
der Wissenschaftler. Im Vergleich zur ebenfalls nicht-invasiven Transkraniellen
Magnetstimulation, die beispielsweise bei Depressionen zum Einsatz kommt, sei
die räumliche Auflösung fünfmal besser.
Daher können laut Tyler mit der Ultraschall-Methode subkortikale Regionen tief
im Gehirn stimuliert werden. Davon verspricht sich der Forscher die Möglichkeit,
die Gehirne von Soldaten ganz gezielt so zu stimulieren, das bestimmte
gewünschte Effekte eintreten. Denkbare ist beispielsweise, dass Soldaten im
Einsatz dank der Spezialhelme aufmerksamer sind und weniger Angst- oder
Stresssymptome zeigen. Tyler zufolge wäre auch möglich, Schmerzen zu dämpfen und
das Gehirn vor den Auswirkungen traumatischer Hirnverletzungen zu schützen.
Zukunftsmusik
Ob Hirmstimulations-Helme all zu schnell Realität werden, scheint aber fraglich.
"Die Forscher haben zwar prinzipiell gezeigt, dass mittel Ultraschall
Nervenzellaktivität angeregt werden kann. Aber was da nun gemacht werden soll,
ist eine extreme Extrapolation", meint Uwe Herwig, Leiter der Arbeitsgruppe
Emotionsregulation an der Klinik für Soziale Psychiatrie und
Allgemeinpsychiatrie der Universität Zürich
http://www.puk-west.uzh.ch .
Speziell ist für den Experten die räumliche Auflösung des Ultraschall-Ansatzes
nicht hoch genug für eine präzise Beeinflussung. "Das Gehirn ist extrem
differenziert. Die Methode müsste viel genauer werden", erklärt der Mediziner.
Allerdings ist für ihn denkbar, dass in etlichen Jahren nach viel
Entwicklungsarbeit beispielsweise Aufmerksamkeit oder Wahrnehmung tatsächlich
gefördert werden können. Eine echte Gedankenkontrolle schließt Herwig aus
heutiger Sicht zwar aus. "Vor 100 Jahren hat sich auch niemand das Internet
vorstellen können", betont er aber. (pressetext.schweiz)
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