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Feinstrukturierung von
Glühfaden steigert Lichtausbeute
Rochester/Wien - Hochleistungs-Laser sind der
Schlüssel, um klassische Glühbirnen deutlich effizienter als bisher zu machen.
Wie Forscher der University of Rochester
http://www.rochester.edu
gezeigt haben, kann per Laser der Wolfram-Glühfaden entsprechend strukturiert
werden. Damit sei es möglich, die Helligkeit einer 100-Watt-Glühlampe bei
geringerem Stromverbrauch als bei einer 60-Watt-Birne zu erreichen. Der Preis
bleibt laut University of Rochester geringer als jener von fluoreszierenden
Beleuchtungslösungen, während das abgestrahlte Licht angenehmer wirkt. Da der
genutzte Femtosekunden-Laser über eine normale Steckdose versorgt werden kann,
sollte der Prozess nach weiterer Verfeinerung auch leicht allgemeiner umsetzbar
sein.
"Wir haben damit experimentiert, wie ultraschnelle Laser Metalle verändern,
und uns gefragt, was passiert, wenn wir den Laser auf einen Glühfaden richten",
beschreibt Chunlei Guo, Assistenzprofessor für Optik an der University of
Rochester. Der Laserstrahl wurde durch das Glas der Glühbirne abgefeuert, um ein
kleines Stück des Glühfadens zubearbeiten. "Als wir die Glühbirne eingeschaltet
haben, konnten wir sehen, dass dieser Bereich eindeutig heller war als der Rest
des Fadens", sagt Guo. Der Energieverbrauch sei allerdings unverändert
geblieben. Man habe zwar erwartet, dass der Ansatz funktioniert, sei aber
überrascht gewesen, wie viel heller der bearbeitete Glühfaden-Bereich wurde.
Der Schlüssel zum Erfolg sind extrem kurze, hochintensive
Femtosekunden-Laserpulse, also Pulse, die nur wenige Billiardstel Sekunden
dauern. In diesem kurzen Zeitraum wird massiv Energie auf einem
nadelspitzengroßen Punkt freigesetzt. Dadurch entstehen an der Oberfläche des
Wolfram-Fadens Nano- und Mikrostrukturen, welche die Effizienz der
Lichtabstrahlung entscheidend beeinflussen. Im Prinzip ist das die Umkehrung
eines Prozesses, mit dem Guo und sein Team 2006 ein Metall in einen
hocheffizienten, schwarzen Lichtabsorber verwandelt haben. Neben der Helligkeit
der Glühbirne lässt sich durch die Laserstrukturierung auch die Lichtfarbe
beeinflussen. Bislang sind blaue Glühbirnen noch außer Reichweite, doch das an
sich gelbliche Licht eines Wolfram-Glühfadens konnte bereits in Richtung Weiß
verschoben werden. Außerdem haben es die Wissenschaftler geschafft, dass ein
Glühfaden aufgrund von engen, parallelen Nanostrukturen teilweise polarisiertes
Licht abgibt. Nun untersuchen die Forscher, ob sie noch weitere Eigenschaften
von Glühbirnen per Laser beeinflussen können.
Günther Brauner, Vorstand des Instituts für Elektrische Anlagen und
Energiewirtschaft der Technischen Universität Wien
http://www.ea.tuwien.ac.at,
gibt sich skeptisch, ob eine so hohe
Effizienzsteigerung bei klassischen Glühbirnen wirklich erreichbar ist.
Jedenfalls lässt er das Argument des angenehmeren Lichts nicht gelten. "Es gibt
inzwischen Energiesparlampen, die den Tageslichtcharakter gut nachempfinden",
betont der Wissenschaftler. Dafür zahlen sie zwar mit einer etwas geringeren
Effizienz, doch klassische Glühbirnen würden immer noch klar ausgestochen. Auch
das Argument, dass Energiesparlampen über längere Zeit eingeschaltet bleiben
sollen, zieht nicht mehr. "Es gibt inzwischen spezielle Facility-Lampen, die
beliebig ein- und ausgeschaltet werden können", erklärt Brauner. Sie sind somit
für Gänge oder Nassräume bestens geeignet. Auch, wenn die aus Rochester
gemeldete Effizienzsteigerung bei klassischen Glühlampen wirklich erzielt werden
kann, dürfte sie die Glühbirne vor dem auf EU-Ebene beschlossenen Aus kaum
retten. (pressetext.austria)
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